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CBG-Öle: Das vergessene Cannabinoid für Konzentration

CBG steht für Cannabigerol. Es wird in der Forschung als Vorläufer anderer Cannabinoide beschrieben - daher der Spitzname „Mutter der Cannabinoide".

Inhaltsverzeichnis

CBG-Öle: Das vergessene Cannabinoid für Konzentration

Die meisten Menschen kennen CBD. Wenige haben von CBG gehört. Dabei steckt in Cannabigerol – dem sogenannten „Mutter-Cannabinoid“ – einiges, das sich lohnt zu kennen.

In der Hanfpflanze verbergen sich über 100 Cannabinoide, von denen CBD, CBG, CBN und CBC zu den bekanntesten zählen. CBG gehört dazu, ist aber in deutlich geringerer Konzentration als CBD in der Pflanze vorhanden. Das macht Extrakte mit hohem CBG-Anteil aufwändiger in der Herstellung – und erklärt, warum CBG lange im Schatten von CBD stand.

Was CBG überhaupt ist

CBG steht für Cannabigerol. Es wird in der Forschung als Vorläufer anderer Cannabinoide beschrieben – daher der Spitzname „Mutter der Cannabinoide“. Die junge Hanfpflanze produziert zuerst CBG, bevor Enzyme es in CBD, THC oder CBC umwandeln. In reifen Pflanzen ist deshalb kaum noch CBG übrig.

CBG ist nicht psychoaktiv. Es erzeugt kein High und verändert die Wahrnehmung nicht. Das unterscheidet es klar von THC, das durch Andocken an CB1-Rezeptoren im Gehirn die bekannten psychoaktiven Effekte auslöst.

CBG ist ein legales, nicht psychoaktives Cannabinoid – kein Arznei­mittel und kein Ersatz für ärztlichen Rat.

CBG und Konzentration: Was die Forschung sagt

Dass CBG ausgerechnet mit mentaler Klarheit in Verbindung gebracht wird, ist kein Zufall. Forschende diskutieren, dass CBG mit dem Endocannabinoid-System auf eine Weise interagiert, die sich von CBD unterscheidet [1]. Das Endocannabinoid-System reguliert unter anderem Stimmung, Schlaf und kognitive Prozesse [1]. CBG soll dabei spezifische Rezeptoren ansprechen, die für Fokus und Aufmerksamkeit relevant sein könnten.

Belastbare Langzeitstudien am Menschen gibt es noch kaum – das ist wichtig zu verstehen. Die Datenlage ist früh, aber wachsend. Wer CBG für Wohlbefinden und als Lifestyle-Ergänzung nutzt, tut das auf Basis eines sich entwickelnden Forschungsfelds.

Vollspektrum statt Isolat: Warum der Kontext zählt

CBG allein ist eine Sache. CBG im Verbund mit anderen Cannabinoiden eine andere – und oft wirkungsvollere. Das liegt am Entourage-Effekt: Verschiedene Cannabinoide ergänzen und verstärken sich gegenseitig, die Gesamtwirkung der Pflanze übersteigt die Summe der Einzelteile.

Vollspektrum-Öle enthalten neben dem Hauptwirkstoff auch CBD, CBN, CBC, CBDV und natürliche Terpene. Das ist relevant, weil Terpene ebenfalls in das Zusammenspiel eingreifen und das Profil eines Extrakts mitprägen [1].

CBD-Isolat dagegen enthält ausschließlich reines CBD – kein CBG, keine weiteren Cannabinoide, keine Terpene. Der Entourage-Effekt fehlt dabei vollständig. Für alle, die gezielt CBG nutzen möchten, sind Isolate daher keine sinnvolle Wahl.

Die Extrakt-Typen im Überblick:

Typ Inhalt Entourage-Effekt
Vollspektrum CBD + CBG + CBC + CBN + Terpene + Spuren THC (<0,2 %) Ja, vollständig
Breitspektrum Mehrere Cannabinoide, kein THC Ja, teilweise
Isolat Nur ein Cannabinoid (z. B. reines CBD) Nein

Vollspektrum-Produkte mit einem hohen CBG-Anteil sind daher die naheliegende Wahl, wenn man den Synergieeffekt mitnehmen möchte.

CBG-Öle: Welche Konzentrationen es gibt

CBG-Öle sind keine Einheitslösung. Die Konzentrationen variieren erheblich – von einstelligen Prozentsätzen bis hin zu hochdosierten Kombinationsformeln.

Ein Beispiel aus dem Vollspektrum-Bereich: Ein Öl mit 5 % CBD und 5 % CBG liefert je 500 mg pro Cannabinoid auf 10 ml Basis. Ein weiteres Format kombiniert 10 % CBD mit 10 % CBG – also je 1000 mg auf 10 ml – und enthält zusätzlich weitere Minor-Cannabinoide sowie Spuren THC unter dem gesetzlichen Grenzwert von 0,2 %. Wer einen noch stärkeren CBG-Fokus sucht, findet hochdosierte Formeln mit 25 % CBG und 4 % CBD, die auf 2500 mg CBG und 400 mg CBD in 10 ml kommen.

Allen gemeinsam: Sie sind als Vollspektrum-Extrakte konzipiert, enthalten weitere Minor-Cannabinoide und zielen auf den Entourage-Effekt ab.

Hinweis zur Dosierung: Konkrete Einnahmeempfehlungen sind im Rahmen dieses Artikels nicht möglich – CBG-Öle sind keine Arzneimittel. Orientiere dich an den Herstellerangaben und spreche bei Fragen zur Verträglichkeit mit Fachpersonal.

CBG im Vergleich zu anderen Cannabinoiden

Jedes Cannabinoid hat ein eigenes Profil. Hier ein kurzer Überblick, der zeigt, wo CBG steht:

  • CBD – das bekannteste nicht-psychoaktive Cannabinoid, breite Anwendungsbasis, gut erforscht
  • CBG – Vorläufermolekül, wird mit Konzentration und Fokus in Verbindung gebracht, geringere Pflanzenverfügbarkeit
  • CBN – bekannt als das sogenannte „Schlaf-Cannabinoid“, wird häufig abends eingesetzt
  • CBC – selten als Isolat, meist in Vollspektrum-Produkten enthalten, gilt als ergänzende Komponente im Entourage-Verbund

CBG füllt dabei eine Lücke, die CBD allein nicht schließt: Es spricht potenziell andere Rezeptoren und Prozesse an – weshalb die Kombination beider Cannabinoide in der Praxis populär geworden ist.

Was du beim Kauf beachten solltest

Nicht jedes CBG-Öl ist gleich. Ein paar Punkte helfen bei der Orientierung:

  • Zertifikate prüfen: Seriöse Produkte werden durch unabhängige Labore auf Cannabinoid-Gehalt und THC-Wert getestet. Lass dir Analysezertifikate zeigen.
  • THC-Grenzwert beachten: In Österreich gilt ein THC-Limit von 0,3 % für Hanfprodukte. Vollspektrum-Öle liegen typischerweise unter 0,2 %.
  • Vollspektrum bevorzugen: Wenn CBG der Fokus ist, sollte das Produkt auch CBD, CBC, CBN und Terpene enthalten – wegen des Entourage-Effekts.
  • Trägeröl beachten: Die Basis (z. B. MCT-Öl, Olivenöl, Hanfsamenöl) beeinflusst Geschmack und Resorption.
  • CBC-Anteil als Bonus: Produkte, die explizit CBC mitenthalten, erweitern das Cannabinoid-Spektrum zusätzlich.

Häufige Fragen

Was ist CBG und warum heißt es „Mutter der Cannabinoide“?

CBG (Cannabigerol) ist ein nicht-psychoaktives Cannabinoid aus der Hanfpflanze. Es gilt als Vorläufer anderer Cannabinoide wie CBD und THC, weil die Pflanze es zuerst produziert, bevor Enzyme es in andere Verbindungen umwandeln.

Ist CBG legal in Österreich?

Ja. CBG ist nicht psychoaktiv und fällt nicht unter die in Österreich verbotenen oder regulierten Cannabinoide. Vollspektrum-Produkte müssen den THC-Grenzwert einhalten – typischerweise unter 0,2 %.

Was ist der Unterschied zwischen einem CBG-Isolat und einem CBG-Vollspektrum-Öl?

Ein Isolat enthält nur reines CBG, keine weiteren Cannabinoide oder Terpene – der Entourage-Effekt fehlt. Ein Vollspektrum-Öl kombiniert CBG mit CBD, CBC, CBN und Terpenen, was eine synergistische Wechselwirkung ermöglicht.

Kann ich CBG-Öl mit CBD-Öl kombinieren?

Viele Vollspektrum-Formeln kombinieren ohnehin beide Cannabinoide in einem Produkt. Eine separate Kombination ist prinzipiell möglich, allerdings sollte man dazu immer die Herstellerangaben beachten und bei Fragen Fachpersonal zurate ziehen.

Ist CBG-Öl ein Arzneimittel?

Nein. CBG-Öl ist kein Arzneimittel und es werden keine Heilwirkungen beansprucht. Bei gesundheitlichen Beschwerden oder Fragen zur Verträglichkeit ist ärztliche Beratung die richtige Anlaufstelle.

Quellen

  1. Cannabinoids and the Endocannabinoid System – National Center for Complementary and Integrative Health (NCCIH)

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