Das Cannabinoid-Lexikon
Hast du dich schon mal gefragt, was „Vollspektrum“ genau bedeutet, warum alle über Terpene reden oder was „420“ eigentlich sein soll?
Dieses Glossar sammelt die wichtigsten Begriffe rund um CBD, THC und Hanf – von A bis Z, verständlich erklärt.
Hinweis: Dieses Glossar dient der allgemeinen Information und Weiterbildung. Die Inhalte ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Beratung und stellen keine Rechtsberatung dar.
11-Hydroxy-THC (11-OH-THC)
11‑OH‑THC ist ein Metabolit von THC, der vor allem nach oraler Aufnahme eine größere Rolle spielt. Durch den First‑Pass‑Metabolismus (Darm/Leber) entstehen Metabolite, die Wirkungseintritt und Wirkdauer beeinflussen können. Das ist eine pharmakokinetische Erklärung für Unterschiede zwischen Aufnahmewegen – keine Bewertung oder Empfehlung.
2-AG (2-Arachidonoylglycerol)
2‑AG ist ein körpereigenes Endocannabinoid. Es bindet an CB1‑ und CB2‑Rezeptoren und ist an der Regulation verschiedener Prozesse beteiligt (z. B. Stress- und Immunantwort, Reizverarbeitung). 2‑AG wird u. a. durch das Enzym MAGL abgebaut. Der Begriff zeigt: Das Endocannabinoid‑System ist ein normales, dauerhaft aktives Körpersystem.
Absorption (Wirkstoffaufnahme)
Absorption beschreibt, wie ein Stoff vom Aufnahmeort (Mundschleimhaut, Darm, Lunge, Haut) in den Körper gelangt. Bei Cannabinoiden ist sie stark abhängig von Formulierung (z. B. Trägeröl/Emulsion), Nahrung, Aufnahmeweg und individuellem Stoffwechsel. Darum sind gleiche „mg“-Angaben nicht automatisch mit gleichen Blutspiegeln oder subjektiven Effekten gleichzusetzen.
Agonist
Ein Agonist bindet an einen Rezeptor und aktiviert ihn. THC wirkt u. a. als (Teil‑)Agonist an CB1‑Rezeptoren und kann dadurch psychoaktive Effekte auslösen (z. B. veränderte Wahrnehmung, Beeinträchtigung von Aufmerksamkeit und Reaktionszeit). „Agonist“ beschreibt die Rezeptor‑Interaktion, nicht ob etwas „gut“ oder „schlecht“ ist.
Akkreditierung (ISO/IEC 17025)
ISO/IEC 17025 ist ein Standard für Prüflabore. Eine Akkreditierung bedeutet, dass ein Labor für definierte Verfahren qualitätsgesichert arbeitet (validierte Methoden, Kalibrierung, Dokumentation, Messunsicherheit). Das ist kein Perfektionsstempel, aber ein wichtiger Hinweis auf Nachvollziehbarkeit – besonders für COAs.
Allosterischer Modulator
Allosterische Modulatoren binden an einen Rezeptor an einer anderen Stelle als der Haupt‑Bindungsstelle und verändern dadurch die Signalantwort. Für CBD wird in der Forschung diskutiert, dass es CB1‑Signalwege modulieren kann. Das ist ein Mechanismusbegriff aus Forschung; er ist keine Garantie für eine bestimmte Wirkung in Konsumprodukten.
Anandamid (AEA)
Anandamid ist ein körpereigenes Endocannabinoid, das u. a. an CB1‑Rezeptoren bindet. Es ist an der Regulation von Stimmung, Stressantwort, Schmerz und Appetit beteiligt. THC kann Teile dieser Signalwege nachahmen, ist aber pharmakologisch nicht identisch. Der Begriff hilft, Cannabiswirkungen in das bestehende körpereigene System einzuordnen.
Antagonist
Ein Antagonist bindet an einen Rezeptor, ohne ihn zu aktivieren, und blockiert dadurch Agonisten. In der Cannabinoid‑Pharmakologie ist der Begriff wichtig, um zu erklären, wie Signalwege „gebremst“ werden können (z. B. in Forschung/Arzneimittelentwicklung). Antagonismus ist ein neutraler Wirkmechanismusbegriff.
Appetitsteigerung (Slang: munchies)
„Munchies“ bezeichnet gesteigerten Appetit, der nach THC auftreten kann. Biologisch wird das u. a. mit CB1‑Signalwegen und veränderter Geschmacks-/Geruchswahrnehmung in Verbindung gebracht. Es ist dosis- und personenabhängig und kein Indikator für Produktqualität.
Arzneimittel (Beispiel: Epidyolex)
Arzneimittel haben zugelassene Indikationen, definierte Dosierungen und dokumentierte Risiken/Wechselwirkungen. Epidyolex (Cannabidiol) ist in der EU als Arzneimittel zugelassen. Die Produktinformation enthält u. a. Hinweise zu Nebenwirkungen, Interaktionen (z. B. CYP‑Enzyme) und Monitoring (z. B. Leberwerte/Transaminasen). Das ist ein wichtiger Referenzrahmen für nüchterne Aufklärung.
Autoflowering
Autoflowering beschreibt eine Züchtungseigenschaft, bei der Pflanzen nicht primär über Tageslänge in die Blüte gehen. Das erleichtert Anbauplanung, sagt aber allein wenig über Cannabinoid‑ oder Terpenprofile aus. Zusammensetzung und Potenz hängen weiterhin von Genetik, Umwelt, Erntezeitpunkt und Verarbeitung ab.
Baked (umgangssprachlich)
„Baked“ ist Slang für einen Zustand starker THC‑Intoxikation. Gemeint sind häufig intensive Entspannung, verlangsamte Reaktion und ggf. veränderte Wahrnehmung. Neutral betrachtet können auch unerwünschte Begleiterscheinungen auftreten (z. B. Konzentrations-/Gedächtnisprobleme, Angst/Unruhe). Es ist keine medizinische Kategorie.
Batch / Charge
Eine Charge (Batch) ist eine eindeutig abgegrenzte Produktionsmenge. Für seriöse Qualitätssicherung müssen Analysen (COA) chargenbezogen sein, weil Naturrohstoffe schwanken (Anbau, Ernte, Lagerung) und Verarbeitung Unterschiede erzeugen kann. Chargenlogik ist Basis für Rückverfolgbarkeit und belastbare Produktangaben.
Bilirubin
Bilirubin ist ein Laborwert, der zusammen mit ALT/AST (Transaminasen) bei der Beurteilung von Leber‑/Gallengangsbelastungen verwendet wird. Im Kontext „CBD als Arzneistoff“ ist Bilirubin relevant, weil in der Arzneimittelinformation zu Epidyolex Leberparameter und Grenzwerte/Abbruchkriterien beschrieben werden.
Bioverfügbarkeit
Bioverfügbarkeit ist der Anteil eines Wirkstoffs, der nach Aufnahme wirksam im Blut ankommt. Bei Cannabinoiden ist sie oft variabel und abhängig von Aufnahmeweg, Formulierung, Nahrung und Stoffwechsel. Sie ist kein Qualitätsurteil, sondern erklärt Unterschiede in Wirkungseintritt, Intensität und Variabilität zwischen Personen.
Blazed (umgangssprachlich)
„Blazed“ ist Slang für „intoxikiert durch THC“, oft nach Inhalation. Er beschreibt subjektive Intensität, nicht Dosis oder Qualität. Auch hier gilt: Nebenwirkungen wie Angst/Unruhe oder kognitive Beeinträchtigung sind dosis- und personenabhängig und kein Zeichen „guter Qualität“.
Blunt
Ein Blunt ist Cannabis, gerollt in ein Zigarrenblatt oder eine ausgehöhlte Zigarre. Dadurch kann Tabak/Nikotin ins Spiel kommen. Neutral relevant: Tabak verändert Abhängigkeits‑ und Risikoprofil, und Verbrennung erzeugt Reiz-/Schadstoffe. Der Begriff ist Szene‑Sprache, keine Qualitätsaussage.
Blütenstand (umgangssprachlich: Bud)
„Bud“ ist umgangssprachlich der getrocknete Blütenstand, reich an Trichomen und damit an Cannabinoiden/Terpenen. Zusammensetzung schwankt je nach Genetik, Anbau, Erntezeitpunkt und Lagerung. Für Aufklärung ist außerdem Kontaminantenrisiko (Schimmel/Pestizide) und Rechtslage (Produktkategorie, THC) relevant.
Bong (Wasserpfeife)
Eine Bong ist ein Rauchgerät, bei dem Rauch durch Wasser gezogen wird. Das kann das Rauchgefühl verändern, reduziert aber nicht alle Risiken der Inhalation von Verbrennungsprodukten. „Wasserfilterung“ bedeutet nicht „harmlos“. Ein Glossareintrag sollte rein erklärend und ohne Konsumanleitung bleiben.
Breitspektrum (Broad Spectrum)
Breitspektrum beschreibt Extrakte mit mehreren Pflanzenbestandteilen (z. B. Cannabinoide/Terpene), wobei THC meist entfernt oder stark reduziert sein soll. Der Begriff ist nicht überall einheitlich definiert; entscheidend sind COA‑Daten inkl. LOD/LOQ. „Breitspektrum“ ist ein Zusammensetzungsbegriff – keine automatische Aussage zu Wirkung oder Legalität.
Cannabinoid
Cannabinoide sind eine Stoffgruppe, die mit dem Endocannabinoid‑System interagieren kann. Man unterscheidet Endocannabinoide, Phytocannabinoide und synthetische Cannabinoide. Wirkungen/Risiken sind sehr unterschiedlich: THC ist psychoaktiv/intoxikierend, CBD gilt in üblichen Dosen als nicht intoxicierend. Entscheidend sind Art, Dosis, Reinheit, Aufnahmeweg und Kontext.
Cannabinoidprofil
Das Cannabinoidprofil beschreibt, welche Cannabinoide in welchen Mengen enthalten sind (z. B. CBD, CBDa, CBG, THC, THCa, CBN). Seriöse Profile trennen saure Vorstufen von neutralen Formen, weil Hitze/Zeit das Verhältnis verändern. COAs sollten Methode (HPLC/GC) und Messgrenzen transparent machen.
Cannabis
Cannabis bezeichnet eine Pflanzengattung mit stark variierenden chemischen Profilen. Fachlich sinnvoll ist die Einordnung nach Pflanzenmaterial/Extrakt, Cannabinoid‑ und Terpenprofil sowie Produktkategorie. Szene‑Synonyme wie „Weed“ oder „Ganja“ sagen nichts über Qualität/Wirkung/Legalität. In AT/EU sind Zweckbestimmung, THC‑Gehalt und Produktkategorie ausschlaggebend.
Carrier Oil (Trägeröl)
Trägeröle (z. B. MCT‑Öl, Olivenöl) lösen lipophile Cannabinoide und machen sie dosierbar. Sie beeinflussen Handhabung, Stabilität und können die Aufnahmebedingungen verändern. Trägeröl ist ein Formulierungsbestandteil, kein Wirkversprechen. Wichtig sind Deklaration, Qualität und chargenbezogene Analytik des Gesamtprodukts.
CB1-Rezeptor
CB1‑Rezeptoren sind im zentralen Nervensystem häufig. THC bindet an CB1 und kann Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Kurzzeitgedächtnis, Koordination und Reaktionszeit verändern. CB1‑Signalwege erklären auch, warum THC Nebenwirkungen wie Angst/Unruhe auslösen kann – besonders bei hoher Dosis oder individueller Vulnerabilität.
CB2-Rezeptor
CB2‑Rezeptoren finden sich vor allem auf Zellen des Immunsystems und in peripheren Geweben. Forschung zu CB2 befasst sich u. a. mit Immun‑ und Entzündungsprozessen. Wichtig für AT/EU‑Kommunikation: Biologische Plausibilität ersetzt keine zulässigen Gesundheitsclaims – solche sind im Lebensmittelbereich streng geregelt.
CBD (Cannabidiol)
CBD ist ein Phytocannabinoid und gilt in üblichen Dosen als nicht intoxicierend. Pharmakologisch wirkt es „multi‑target“ (verschiedene Rezeptor-/Signalwege) – daher ist die Datenlage stark indikations- und dosisabhängig. Für AT/EU ist zusätzlich relevant: CBD‑Extrakte werden im Lebensmittelkontext typischerweise als Novel Food behandelt, und die EFSA hat Datenlücken für eine Sicherheitsbewertung benannt.
CBDa (Cannabidiolsäure)
CBDa ist die saure Vorstufe von CBD in frischem Pflanzenmaterial. Durch Decarboxylierung (Hitze/Zeit) kann CBDa zu CBD werden. Für Analytik und Kommunikation ist die Unterscheidung wichtig, weil Methoden (HPLC vs. GC) unterschiedliche Darstellungen liefern können. Klinische Evidenz zu CBDa ist insgesamt begrenzter als zu CBD.
CBG (Cannabigerol)
CBG ist ein „Minor Cannabinoid“; biochemisch hängt es mit Vorstufen in der Pflanze zusammen (CBGA als Ausgangspunkt mehrerer Biosynthesewege). Es ist wissenschaftlich interessant, aber die klinische Evidenz beim Menschen ist deutlich begrenzter als bei CBD oder THC‑basierten Arzneien. In AT/EU sind Gesundheitsclaims zudem rechtlich stark reguliert.
CBN (Cannabinol)
CBN entsteht häufig durch Alterung/Oxidation von THC. Marketing vereinfacht CBN oft („macht müde“), doch die klinische Evidenz für einfache, allgemeingültige Regeln ist begrenzt. Als Glossarbegriff zeigt CBN, dass Lagerung (Licht, Sauerstoff, Wärme) das Profil verändern kann und „Cannabinoidprofil“ dynamisch ist.
Chemovar / Chemotyp
Chemovar (Chemotyp) ordnet Produkte nach messbarer Zusammensetzung (Cannabinoide, Terpene) statt nach Sortennamen. Das ist fachlich sinnvoll, weil Sortennamen („Strains“) nicht standardisiert sind. Chemovar‑Denken heißt: Entscheidend sind COA‑Daten, nicht Marketingetiketten.
Chromatographie (HPLC, GC‑MS)
Chromatographie umfasst Laborverfahren zur Messung von Cannabinoiden/Terpenen/Kontaminanten. HPLC kann saure und neutrale Cannabinoide getrennt bestimmen; GC‑Methoden arbeiten mit Hitze und können saure Formen teilweise umwandeln. Ein COA ist nur interpretierbar, wenn Methode, Messgrenzen und Chargenbezug klar sind.
CO₂‑Extraktion (superkritisch)
Bei superkritischer CO₂‑Extraktion dient CO₂ unter Druck/Temperatur als Lösungsmittel. Vorteile sind Steuerbarkeit und keine klassischen organischen Lösungsmittelreste; Qualität hängt dennoch stark von Prozessführung und Nachbearbeitung ab. Entscheidend bleiben COA‑Analytik (Profil + Kontaminanten), nicht die Methode als Marketinglabel.
COA (Certificate of Analysis)
Ein COA ist ein Laborbericht mit Cannabinoidwerten und – je nach Umfang – Kontaminanten (Pestizide, Schwermetalle, Mikrobiologie, Mykotoxine, Lösungsmittelreste). Belastbar ist ein COA nur mit Labor, Datum, Methode, Chargenbezug und idealerweise LOD/LOQ. Ohne diese Angaben ist die Aussagekraft eingeschränkt.
Couch‑Lock (umgangssprachlich)
„Couch‑Lock“ beschreibt eine stark sedierende, schwerfällige Wirkung, bei der sich Personen „an die Couch gefesselt“ fühlen. Das ist eine subjektive Beschreibung und keine Diagnose. Neutral relevant: Reaktionsfähigkeit und Alltagstätigkeiten können deutlich beeinträchtigt sein.
CYP‑Enzyme (Cytochrom P450)
CYP‑Enzyme sind zentrale Leberenzyme für den Arzneistoffabbau. CBD kann CYP‑Systeme beeinflussen und dadurch Wechselwirkungen begünstigen – besonders bei Dauermedikation. In der Arzneimittelinformation zu Cannabidiol werden Interaktionen und Monitoring thematisiert. Für Aufklärung: Bei Medikamenten sollte Wechselwirkungspotenzial medizinisch abgeklärt werden.
Dabbing
Dabbing bezeichnet die Inhalation hochkonzentrierter Extrakte. Aus Aufklärungssicht relevant: Hohe Konzentrationen psychoaktiver Cannabinoide (v. a. THC) erhöhen das Risiko akuter Nebenwirkungen (z. B. Angst, Kreislaufbeschwerden, Verwirrtheit). Der Begriff ist Szene‑Jargon; im Glossar sollte er ohne Konsumanleitung erklärt werden.
Decarboxylierung
Decarboxylierung ist die Umwandlung saurer Cannabinoide (z. B. THCa, CBDa) in neutrale Formen (THC, CBD) durch Hitze oder Zeit. Sie erklärt, warum Rohmaterial und erhitztes/verarbeitetes Material unterschiedliche Profile haben. Der Begriff hilft, Laborwerte und Produktangaben korrekt zu verstehen.
Destillat
Ein Destillat ist ein aufgereinigtes Extrakt mit konzentrierten Zielstoffen (z. B. CBD). Es ist chemisch meist konstanter als Roh‑Extrakte, enthält aber häufig weniger Begleitstoffe (Terpene/Minor‑Cannabinoide). Destillat ist kein Qualitätsurteil, sondern eine Spezifikations-/Verarbeitungsentscheidung, die durch Analytik nachvollziehbar sein sollte.
Dosis‑Wirkungs‑Beziehung
Effekte und Nebenwirkungen hängen von der Dosis ab – oft nicht linear. Bei THC steigt mit Dosis die Wahrscheinlichkeit unerwünschter Effekte (z. B. Angst/Unruhe, kognitive Beeinträchtigung). Bei CBD ist die Evidenz stark indikations- und dosisabhängig; „Alltagsdosen“ sind nicht gleich Arzneidosen. Der Begriff verhindert den Denkfehler „mehr = besser“.
Drogentest (THC‑COOH)
Viele Tests (v. a. Urin) erfassen Metabolite wie THC‑COOH. Das zeigt, dass THC verstoffwechselt wurde, sagt aber nicht zuverlässig, ob eine akute Wirkung vorliegt. Nachweisbarkeit hängt von Konsummuster, Körperfett, Stoffwechsel und Testschwellen ab. „positiv“ ist daher nicht automatisch gleich „intoxikiert“.
ECS (Endocannabinoid‑System)
Das Endocannabinoid‑System ist ein Regulationsnetzwerk aus Rezeptoren (CB1/CB2), körpereigenen Liganden (z. B. Anandamid, 2‑AG) und Enzymen (z. B. FAAH, MAGL). Es beeinflusst u. a. Reizverarbeitung, Stress, Appetit-/Schlafregulation und Immun‑Signalwege. Komplexität und individuelle Unterschiede erklären, warum Reaktionen auf THC/CBD stark variieren.
Edibles / orale Cannabisprodukte (AT/EU‑Kontext)
„Edibles“ sind in legalen Märkten Cannabisprodukte zur oralen Aufnahme (Lebensmittel/Getränke). Im AT/EU‑Kontext ist wichtig: CBD‑Extrakte werden im Lebensmittelbereich typischerweise als Novel Food behandelt, und die EFSA hat Datenlücken benannt. In Österreich weist die WKO u. a. darauf hin, dass Hanfblüten in Lebensmitteln wegen des erwartbar hohen Cannabinoidgehalts nicht zulässig sind. Im Glossar wird der Begriff daher rechtlich korrekt und rein informativ erklärt.
EFSA (European Food Safety Authority)
Die EFSA bewertet u. a. Novel‑Food‑Anträge. Im Kontext CBD hat die EFSA kommuniziert, dass wesentliche Daten zur Sicherheit fehlen und daher keine abschließende Sicherheitsbewertung möglich ist. Genannt werden u. a. offene Fragen zu potenziellen Effekten auf Leber, Magen‑Darm‑Trakt, endokrines System, Nervensystem und psychologische Funktionen. Für Aufklärung: „als Lebensmittel unproblematisch“ ist nicht belegt, solange Datenlücken bestehen.
EMA (European Medicines Agency)
Die EMA beurteilt Arzneimittel. Für CBD ist das relevant, weil Cannabidiol als Arzneistoff (Epidyolex) zugelassen ist und die Produktinformation konkrete Risiken, Interaktionen und Monitoring beschreibt (z. B. Transaminasen/Leberwerte). Das ist ein nüchterner Referenzrahmen: medizinische Nutzung erfolgt kontrolliert, und ein Wirkstoff kann gleichzeitig Nebenwirkungs- und Interaktionspotenzial haben.
Entourage‑Effekt
Der Entourage‑Effekt ist die Hypothese, dass mehrere Pflanzenbestandteile zusammen andere Effekte erzeugen können als isolierte Einzelstoffe. Plausibel sind Wechselwirkungen, aber pauschale Aussagen („Vollspektrum wirkt immer besser“) sind nicht wissenschaftlich sauber. Entourage ist ein Forschungsbegriff mit gemischter Evidenz und ersetzt keine klinischen Daten oder Analytik.
Ethanol‑Extraktion
Ethanol wird häufig für Extraktionen eingesetzt. Entscheidend sind Prozessführung, Reinheit und Kontrolle möglicher Rückstände. Ethanol‑Extraktion ist weder automatisch „schlecht“ noch automatisch „sauber“: Aussagekraft entsteht erst durch COA‑Daten inkl. Lösungsmittelreste und Kontaminanten.
FAAH
FAAH ist ein Enzym, das u. a. Anandamid abbaut. Es ist Teil der ECS‑Regulation: Balance zwischen Bildung und Abbau bestimmt Stärke/Dauer von Signalen. Als Glossarbegriff zeigt FAAH, dass ECS‑Effekte nicht nur „Rezeptor an/aus“ sind.
First‑Pass‑Metabolismus
First‑Pass beschreibt, dass Stoffe nach oraler Aufnahme zuerst über Darm und Leber laufen und dabei teilweise umgebaut/abgebaut werden. Das beeinflusst Wirkungseintritt, Metabolitenbildung (z. B. 11‑OH‑THC bei THC) und Wirkdauer. Es erklärt Unterschiede zwischen oral, sublingual und inhalativ.
Flavonoide
Flavonoide sind sekundäre Pflanzenstoffe mit u. a. Farb‑ und Schutzfunktionen. In Cannabis kommen verschiedene Flavonoide vor; ihre Rolle in typischen Konsumprodukten ist klinisch weniger gut belegt als die von Cannabinoiden. Im Glossar dienen sie der Einordnung, dass pflanzliche Produkte komplexe Gemische sind – Komplexität ersetzt jedoch keine belastbare Wirksamkeits-/Sicherheitsbewertung.
Full Spectrum (Vollspektrum)
Vollspektrum bedeutet: ein breiteres Profil an Pflanzenbestandteilen, meist inklusive Minor‑Cannabinoiden und Terpenen. Es ist primär ein Zusammensetzungsbegriff. Entscheidend bleiben COA‑Transparenz, Nachweisgrenzen und Kontaminantenprüfungen; nicht das Label als solches.
Futtermittel (CBD‑Extrakte)
Für den Tierbereich ist relevant: Die AGES weist darauf hin, dass Cannabinoide – insbesondere CBD in Form von Extrakten – als Futtermittelzusatzstoff eingestuft werden, der derzeit nicht zugelassen ist. Der Einsatz zu Fütterungszwecken ist demnach ausnahmslos nicht erlaubt, auch wenn Produkte anders etikettiert werden, aber faktisch zur oralen Aufnahme durch Tiere bestimmt sind.
GACP
GACP (Good Agricultural and Collection Practice) ist ein Qualitätsrahmen für Anbau und Ernte pflanzlicher Rohstoffe (Sortenreinheit, Rückverfolgbarkeit, Hygiene, Trocknung, Lagerung). Für Cannabinoidprodukte wichtig, weil viele Probleme (Schimmel, Pestizide, Schwermetalle) bereits im Feld oder in der Nachernte entstehen.
Gesundheitsbezogene Angaben (Health Claims)
In der EU sind gesundheitsbezogene Aussagen zu Lebensmitteln grundsätzlich verboten, außer sie sind nach VO (EG) 1924/2006 zugelassen und korrekt verwendet. Das gilt für Etiketten, Produktseiten und Werbung. „Studie vorhanden“ bedeutet nicht automatisch „Claim erlaubt“. Für CBD‑Kommunikation ist dieser Rahmen zentral.
GMP
GMP (Good Manufacturing Practice) sind Herstellungs- und Qualitätsstandards, die im Arzneimittelbereich verpflichtend sind. Sie stehen für dokumentierte Prozesse, definierte Spezifikationen und nachvollziehbare Qualitätssicherung. Bei Konsumprodukten ist GMP nur dann aussagekräftig, wenn es seriös belegt werden kann.
Grinder
Ein Grinder ist ein Zerkleinerungsgerät. Für sachliche Aufklärung sind vor allem Hygiene und Materialqualität relevant: Harzablagerungen können Schmutz binden, und bei minderwertigen Produkten sind Abrieb/Verunreinigungen möglich. Der Begriff ist Szene‑Alltagssprache, keine Qualitätsaussage.
Halbwertszeit
Die Halbwertszeit ist die Zeit, in der die Konzentration eines Stoffes im Körper ungefähr auf die Hälfte sinkt. Bei Cannabinoiden hängt sie u. a. von Aufnahmeweg, Verteilung in Fettgewebe, Stoffwechsel und Konsummuster ab. Sie erklärt, warum Effekte und Nachweisbarkeit nicht immer parallel verlaufen.
Hanf (Nutzhanf)
Nutzhanf sind Varietäten, die typischerweise für Faser/Samen angebaut werden und einen sehr niedrigen THC‑Gehalt haben. Das bedeutet nicht „wirkstofffrei“: Cannabinoide entstehen vor allem in harzreichen Pflanzenteilen. Für Aufklärung ist die Unterscheidung nach Profil und Produktkategorie wichtiger als Pauschalen.
Hanfsamenöl
Hanfsamenöl wird aus Samen gepresst und besteht überwiegend aus Fettsäuren. Es enthält üblicherweise keine relevanten Cannabinoidmengen, weil Cannabinoide primär in Trichomen/Harz der Blüten entstehen. Wichtig, weil Hanfsamenöl häufig mit CBD‑Öl verwechselt wird.
Hashisch (Hasch)
Hashisch ist ein Konzentrat aus Harz/Trichomen und kann deutlich höhere Cannabinoidkonzentrationen als Blüten haben. Neutral relevant: Höhere Konzentration psychoaktiver Bestandteile (bei THC‑dominanten Profilen) erhöht die Wahrscheinlichkeit akuter Nebenwirkungen. Außerdem steigen Anforderungen an Analytik (Profil, Kontaminanten).
HHC (Hexahydrocannabinol) – Österreich
HHC ist ein psychoaktiv wirkender cannabinoidähnlicher Stoff. In Österreich wurde HHC in die Neue‑Psychoaktive‑Substanzen‑Verordnung (NPSV) aufgenommen; dadurch wird der Handel mit HHC‑Produkten unterbunden. Für ein Glossar ist wichtig: HHC ist nicht „CBD“ und nicht einfach „klassisches THC“, und rechtliche Einordnungen können sich deutlich unterscheiden.
Indica
„Indica“ wird im Markt oft als Kategorie mit bestimmten Effekten verwendet. Wissenschaftlich ist die Vorhersage über das Label unzuverlässig; Effekte hängen stärker von Profil, Dosis und Person ab. Im Glossar daher als Markt-/Kulturbegriff erklären und auf Chemovar/COA als bessere Einordnung verweisen.
Inhalation (Verdampfen/Rauchen)
Inhalation führt meist zu schnellerem Wirkungseintritt als orale Aufnahme. Verdampfen reduziert bestimmte Verbrennungsprodukte gegenüber Rauchen, aber „weniger Verbrennung“ ist nicht gleich „harmlos“. Bei THC bleibt das Risiko akuter psychoaktiver Effekte abhängig von Dosis/Profil/Person.
Intoxikation (Slang: high, stoned, baked, blazed)
Intoxikation ist ein psychoaktiver Rauschzustand, typischerweise durch THC. Merkmale können sein: veränderte Wahrnehmung/Zeitempfinden, beeinträchtigte Aufmerksamkeit, Koordination und Reaktionszeit, sowie möglich Angst/Unruhe oder paranoide Gedanken. Slang‑Wörter beschreiben subjektive Intensität, sind aber keine medizinischen Kategorien.
Isolat
Ein Isolat ist ein nahezu reiner Einzelstoff (z. B. CBD‑Isolat). Vorteil: definierte Zusammensetzung und Standardisierung. Nachteil: schmales Profil ohne viele Begleitstoffe. Isolat ist kein Qualitätsurteil, sondern eine Darreichungs-/Reinheitsentscheidung, die über Analytik nachvollziehbar sein sollte.
Joint
Ein Joint ist eine handgerollte Zigarette mit Cannabis. Neutral relevant: Verbrennung erzeugt Reiz- und Schadstoffe; Mischkonsum mit Tabak (Spliff) verändert Abhängigkeits- und Gesundheitsrisiko. Im Glossar rein erklärend und ohne Glorifizierung.
Kief
Kief ist Harzpulver aus Trichomen und kann höhere Cannabinoid-/Terpenkonzentrationen haben als Blütenmaterial. Neutral: Höhere Konzentration kann – besonders bei THC‑dominanten Profilen – Nebenwirkungsrisiko erhöhen. Kief zeigt, wie Verarbeitung Zusammensetzung und Exposition verändert.
Kontaminanten
Kontaminanten sind unerwünschte Stoffe wie Pestizide, Schwermetalle, Schimmel/Hefen, Mykotoxine oder Lösungsmittelreste. Sie sind ein zentraler Sicherheitsaspekt. Ein gutes, chargenbezogenes COA deckt – je nach Produkt – die wichtigsten Kontaminantenkategorien ab.
Konzentrate
Konzentrate (z. B. Wax, Shatter, Rosin) sind Produkte mit stark angereicherten Cannabinoiden. Bei THC‑dominanten Profilen steigt mit Konzentration das Risiko akuter Nebenwirkungen. Qualitätsanforderungen an Analytik (Profil, Lösungsmittelreste, Kontaminanten) steigen ebenfalls.
Kosmetik mit CBD
Für Kosmetik gelten andere Regeln als für Lebensmittel. Relevante Themen sind Sicherheitsbewertung, Kennzeichnung und besonders mögliche Verunreinigungen (z. B. THC‑Spuren). Wichtig bleibt: Kosmetik ist kein Lebensmittel, und kosmetische Produkte dürfen nicht mit Krankheits- oder Heilclaims beworben werden.
Kush (Sortenname)
„Kush“ ist ein Sorten-/Linienname. Sortennamen sind nicht standardisiert; derselbe Name kann je nach Anbieter/Charge unterschiedliche Profile bedeuten. Im Glossar als Marktbegriff erklären und messbare Profile (Chemovar/COA) als bessere Grundlage nennen.
Lagerung & Stabilität (Oxidation, Licht, Wärme)
Cannabinoide und Terpene verändern sich über Zeit. Sauerstoff, Licht und Wärme fördern Abbau/Umwandlungen und verändern Aroma und Profil. Stabilität ist daher ein Chemie‑ und Qualitäts-Thema: Verpackung, Lagerbedingungen und Zeit beeinflussen messbar, was im Produkt enthalten ist.
Leberenzym‑Erhöhungen (ALT/AST)
ALT und AST (Transaminasen) sind Enzyme, die bei Belastung von Leberzellen im Blut ansteigen können. Erhöhte Werte müssen klinisch eingeordnet werden (Höhe, Verlauf, Begleitwerte wie Bilirubin, Ursachen). In der EMA‑Produktinformation zu Epidyolex (Cannabidiol) wird beschrieben, dass Cannabidiol dosisabhängig Transaminasen erhöhen kann und dass Monitoring/Anpassungen insbesondere bei bestimmten Kombinationen (u. a. mit Valproat) relevant sein können.
Limonen
Limonen ist ein zitrusartig riechendes Terpen. Es prägt Sensorik/Profil. Aussagen über zuverlässige „Wirkungen“ beim Menschen sind im Cannabis-Kontext oft stärker als die klinische Evidenz. Im Glossar daher primär als Aromabestandteil erklären und Wirkversprechen vermeiden.
Linalool
Linalool ist ein Terpen (u. a. auch in Lavendel). In Cannabis trägt es zum Aroma bei. Populäre Zuordnungen zu Effekten sind oft vereinfacht; klinische Belege für eindeutige, reproduzierbare Wirkprofile in Konsumprodukten sind begrenzt. Im Glossar als Profil-/Sensorikbegriff erklären.
Lösungsmittelreste
Bei Extraktionen können Lösungsmittelreste verbleiben. Seriöse Hersteller prüfen diese analytisch und dokumentieren sie im COA. Aussagen wie „lösungsmittelfrei“ sind ohne Analytik nicht belastbar. Der Begriff ist ein direkter Produktsicherheits‑ und Prozessqualitätsaspekt.
MAGL
MAGL ist ein Enzym, das u. a. 2‑AG abbaut und damit die Dauer/Stärke von Endocannabinoid‑Signalen mitsteuert. Der Begriff zeigt, dass das ECS durch Rezeptoren, Liganden und Abbauenzyme reguliert wird.
MCT‑Öl
MCT‑Öl (Medium Chain Triglycerides) ist ein häufiges Trägeröl. Es beeinflusst Handhabung, Stabilität und Aufnahmebedingungen. MCT ist ein Formulierungsbestandteil – kein Wirkversprechen. Relevanter sind klare Deklaration und COA‑Transparenz des Endprodukts.
Mikrobiologische Belastung
Pflanzliche Rohstoffe können mikrobiologisch belastet sein (Hefen, Schimmel, Bakterien), besonders bei falscher Trocknung/Lagerung. Das ist ein Sicherheits- und Qualitätsaspekt. Seriöse Qualitätssicherung prüft relevante mikrobiologische Parameter und dokumentiert sie.
Mykotoxine
Mykotoxine sind Stoffwechselprodukte bestimmter Schimmelpilze und können bei kontaminiertem Pflanzenmaterial vorkommen. Je nach Produkt und Risiko werden Mykotoxine geprüft. Der Begriff ist wichtig, um Kontaminantenrisiken verständlich zu machen.
Myrcen
Myrcen ist ein häufiges Terpen (erdig-würziges Aroma). Es wird oft direkt mit Sedierung verknüpft; klinische Evidenz für einfache, allgemeingültige „Myrcen = sedierend“-Regeln ist begrenzt. Im Glossar daher als Aromabestandteil/Profilmarker erklären, ohne Wirkversprechen.
Nachweis-/Bestimmungsgrenze (LOD/LOQ)
LOD ist die Nachweisgrenze, LOQ die Bestimmungsgrenze. Ohne diese Angaben sind Aussagen wie „THC‑frei“ wissenschaftlich unsauber, weil „nicht nachweisbar“ nicht gleich „nicht vorhanden“ ist. COAs sollten LOD/LOQ angeben, damit Ergebnisse korrekt interpretierbar sind.
Nanoemulsion
Nanoemulsionen sind sehr fein verteilte Öl-in-Wasser‑Systeme. Theoretisch können sie die Dispergierung lipophiler Stoffe verbessern und damit Aufnahmeprofile verändern. In der Praxis hängt das von Partikelgröße, Stabilität und Herstellqualität ab. „Nano“ ist als Marketingwort häufig übernutzt; sinnvoll wird es erst mit nachvollziehbaren Parametern/Daten.
Novel Food (VO (EU) 2015/2283)
Die Novel‑Food‑Verordnung regelt neuartige Lebensmittel in der EU. CBD‑Extrakte werden im Lebensmittelkontext typischerweise als Novel Food behandelt. Die EFSA hat Datenlücken benannt und kann die Sicherheit von CBD als Novel Food derzeit nicht abschließend feststellen. Ohne Zulassung ist das Inverkehrbringen als Lebensmittel/Nahrungsergänzungsmittel rechtlich problematisch.
Orale Aufnahme (Schlucken)
Bei oraler Aufnahme erfolgt Absorption im Magen‑Darm‑Trakt und First‑Pass‑Metabolismus in der Leber. Das beeinflusst Wirkungseintritt, Metabolitenbildung und Wirkdauer. Im AT/EU‑Kontext ist zusätzlich relevant, dass CBD‑Extrakte als Lebensmittel typischerweise Novel‑Food‑Thema sind.
Oxidation (Alterung)
Oxidation ist die Reaktion mit Sauerstoff und kann Inhaltsstoffe verändern. Bei Cannabisprodukten kann das Cannabinoid‑ und Terpenprofile verschieben und die Sensorik verändern. Der Begriff erklärt, warum Lagerbedingungen und Zeit messbaren Einfluss auf Produktzusammensetzung haben.
Paranoide Gedanken (THC‑Nebenwirkung)
Paranoide Gedanken können als akute Nebenwirkung einer THC‑Intoxikation auftreten, besonders bei hoher Dosis oder individueller Vulnerabilität. Das kann sich als Misstrauen, Angst oder Bedrohungsgefühl äußern und ist in Aufklärungstexten wichtig, um Risiken nüchtern zu benennen. Es ist kein Qualitätsmerkmal und kann auch bei „erfahrenen“ Konsument:innen auftreten.
Partialagonist
Ein Partialagonist aktiviert einen Rezeptor, aber nicht maximal. THC wird häufig als Partialagonist am CB1‑Rezeptor beschrieben. Das hilft, Unterschiede zu starken Vollagonisten (z. B. manche synthetische Cannabinoide) zu verstehen. Der Begriff ist rein pharmakologisch.
Pestizide
Pestizidrückstände sind ein mögliches Risiko aus dem Anbau. Ob Rückstände vorhanden sind, ist ohne Analytik nicht belastbar. Seriöse Qualitätssicherung prüft Pestizidpanels und dokumentiert Ergebnisse im COA. Der Begriff ist zentral für Verbraucherschutz bei pflanzlichen Produkten.
Pflanzliche Raucherzeugnisse (AT)
„Pflanzliche Raucherzeugnisse“ sind Produkte ohne Tabak, die durch Verbrennung konsumiert werden. In Österreich fallen sie in den Kontext „Tabak und verwandte Erzeugnisse“. Für ein AT‑Glossar ist relevant: „ohne Tabak“ heißt nicht automatisch, dass Tabakrecht/Jugendschutzregeln irrelevant sind; die Einordnung hängt von Produkt und Zweckbestimmung ab.
Pharmakokinetik
Pharmakokinetik beschreibt Aufnahme, Verteilung, Metabolismus und Ausscheidung eines Stoffes. Bei Cannabinoiden relevant sind Lipophilie, Verteilung in Fettgewebe, Metabolitenbildung und mögliche Enzym‑Wechselwirkungen (CYP). Der Begriff erklärt variablen Wirkungseintritt, Wirkdauer und Nachweisbarkeit.
Psychoaktiv
Psychoaktiv bedeutet: beeinflusst Wahrnehmung, Denken, Stimmung oder Verhalten. THC ist psychoaktiv und kann intoxicieren; CBD gilt in üblichen Dosen als nicht intoxicierend. Psychoaktiv ist ein neutraler Begriff und beschreibt eine Wirkungsebene, keine Wertung.
Psychoserisiko (Kontext THC)
Forschung weist darauf hin, dass höherer THC‑Gehalt und häufigerer Konsum mit einem erhöhten Risiko für psychotische Symptome/Psychosen assoziiert sein können – besonders bei individueller Vulnerabilität. Das sind Risikoassoziationen, keine pauschale Aussage, dass jede Exposition zu Psychose führt. Der Begriff gehört in seriöse Aufklärung, weil er Public‑Health‑relevant ist.
Resin (Harz)
Harz (Resin) ist das klebrige Sekret aus Trichomen, in dem viele Cannabinoide und Terpene konzentriert sind. Harzbasierte Produkte unterscheiden sich oft durch höhere Wirkstoffdichte von Pflanzenmaterial. Neutral steigen damit auch Anforderungen an Qualitätskontrolle, weil Konzentration Risiken und Nebenwirkungen beeinflusst.
Rückverfolgbarkeit (Traceability)
Rückverfolgbarkeit bedeutet dokumentierte Herkunft und Verarbeitung (Rohstoffquelle, Charge, Verarbeitungsschritte, Analysen). Sie ist Grundlage für belastbare Deklarationen und wirksame Maßnahmen bei Qualitätsproblemen (z. B. Rückruf). Traceability ist oft aussagekräftiger als Sortenname oder Werbeaussage.
Ruderalis
Cannabis ruderalis wird vor allem wegen der Autoflower‑Eigenschaft in Züchtungen erwähnt. Der Begriff erklärt genetische Hintergründe, sagt aber allein wenig über Cannabinoid‑/Terpenprofile aus.
Sativa
„Sativa“ ist ein Marktkategorie‑Begriff und wird oft mit bestimmten Effekten assoziiert. Wissenschaftlich ist das Label allein unzuverlässig; Effekte hängen stärker von Profil, Dosis und Person ab. Im Glossar als Kulturbegriff erklären und Chemovar/COA als bessere Einordnung nennen.
Set & Setting
„Set & Setting“ beschreibt, dass innere Verfassung (Set) und Umgebung (Setting) die subjektive Erfahrung psychoaktiver Substanzen stark beeinflussen. Für THC kann Stress/Umgebung Angst oder unangenehme Wahrnehmungen verstärken. Der Begriff dient nüchterner Risiko‑Einordnung, ohne Konsum zu fördern.
Spliff
Ein Spliff ist Cannabis gemischt mit Tabak. Neutral relevant: Tabak bringt Nikotinabhängigkeit und zusätzliche Verbrennungsprodukte ins Spiel und verändert Risiko- und Abhängigkeitsprofil. Im Glossar rein erklärend.
Strain (Sortenname)
„Strain“ meint eine im Markt benannte Variante. Sortennamen sind nicht standardisiert; derselbe Name kann unterschiedliche Profile bedeuten. Fachlich aussagekräftiger sind Cannabinoid-/Terpenprofil (Chemovar) und chargenbezogene COAs.
Synthetische Cannabinoide (Spice/K2)
Synthetische Cannabinoide sind künstliche Stoffe, die Cannabinoidrezeptoren oft sehr stark aktivieren können (teils Vollagonisten). Sie sind nicht „Cannabis“ und werden mit deutlich höheren akuten Risiken und unvorhersehbarer Potenz in Verbindung gebracht. Im Glossar ist die klare Abgrenzung wichtig: „Cannabinoid“ kann sehr unterschiedliche Substanzen/Risikoprofile bedeuten.
Szene-Code 420
„420“ ist ein in der Cannabiskultur verbreiteter Code (u. a. Uhrzeit 4:20 und der 20. April als Symboltag). Er ist kulturell, aber kein Qualitäts‑, Wirkstoff‑ oder Legalitätsmerkmal. Im Glossar dient er dazu, Szene‑Sprache in sachliche Begriffe zu übersetzen.
Tabakerzeugnisse & E‑Zigaretten/Liquids mit CBD (Österreich)
Im österreichischen Kontext hält die AGES fest: Tabakerzeugnisse und nikotinhältige E‑Zigaretten bzw. Liquids mit CBD sind nicht zulässig. Zusätzlich sind Liquids mit Zusatzstoffen, die den Eindruck eines gesundheitlichen Nutzens oder geringerer Risiken erwecken, nach TNRSG ausdrücklich verboten. Dieser Eintrag dient der rechtlich korrekten Einordnung lokaler Rahmenbedingungen.
Terpene
Terpene sind aromatische Pflanzenstoffe, die Geruch und Geschmack prägen. In Cannabis sind sie Teil des sensorischen Profils. Terpene können biologisch aktiv sein, aber viele populäre „Terpen‑Wirkversprechen“ sind stärker als die klinische Evidenz. Ein sachliches Glossar trennt daher Profil/Sensorik von medizinischen Aussagen und vermeidet Health‑Claims.
Terpenprofil
Das Terpenprofil beschreibt, welche Terpene in welchen Mengen enthalten sind. Es kann Produkte chemisch/sensorisch charakterisieren und Unterschiede zwischen Chargen erklären. Es ersetzt jedoch keine klinischen Wirkbelege und darf nicht als Ersatz für Health‑Claims missverstanden werden.
THC (Δ9‑Tetrahydrocannabinol)
THC ist das primäre psychoaktive Cannabinoid. Es bindet u. a. an CB1 und kann Wahrnehmung, Stimmung, Gedächtnis, Koordination und Reaktionszeit verändern. Akute Nebenwirkungen können Angst/Unruhe, erhöhte Herzfrequenz und kognitive Beeinträchtigungen umfassen – besonders bei hoher Dosis. THC ist zudem zentral für rechtliche Einordnungen und die Abgrenzung intoxicierender Produkte.
THCa (Tetrahydrocannabinolsäure)
THCa ist die saure Vorstufe von THC. Durch Decarboxylierung kann THCa zu THC werden. Wichtig für Analytik: THCa und THC sind verschieden, und „Gesamt‑THC“ kann je nach Berechnung variieren. Der Begriff hilft, Laborwerte korrekt zu interpretieren.
THCV (Tetrahydrocannabivarin)
THCV ist ein eigenes Cannabinoid mit eigener Pharmakologie und wird wissenschaftlich untersucht. Klinische Daten sind deutlich dünner als bei THC/CBD in etablierten Anwendungen. Im Glossar daher als „Minor Cannabinoid/Forschungsbegriff“ einordnen, ohne pauschale Wirkversprechen.
Tinktur
Eine Tinktur ist eine Lösung, häufig alkoholbasiert oder mit Mischlösemitteln. Der Begriff beschreibt die Darreichungsform, nicht automatisch Reinheit oder Wirkung. Relevante Punkte sind Deklaration, Konzentration und – bei Extrakten – COA‑Transparenz (Profil, Lösungsmittelreste, Kontaminanten).
Toleranz
Toleranz bedeutet, dass bei wiederholter Exposition die gleiche Dosis weniger Effekt erzeugt. Bei THC wird das u. a. mit Anpassungen im CB1‑System erklärt. Toleranz ist relevant, weil sie Dosissteigerungen begünstigen kann und damit Nebenwirkungsrisiken. Im Glossar nüchtern als Anpassungsphänomen erklären.
Transaminasen (ALT/AST)
ALT und AST sind Leberenzyme. Erhöhte Werte sind ein Warnsignal, das klinisch eingeordnet werden muss (Höhe, Verlauf, Begleitwerte, Ursachen). In der EMA‑Produktinformation zu Epidyolex (Cannabidiol) werden dosisabhängige Transaminasenerhöhungen sowie Monitoring/Anpassungen und Risikoerhöhungen bei bestimmten Kombinationen beschrieben. Der Begriff gehört deshalb in ein seriöses CBD‑Glossar.
Trichome
Trichome sind Harzdrüsen auf den Blüten, in denen viele Cannabinoide und Terpene gebildet/gespeichert werden. Sie sind zentral für Potenz und Aroma und erklären, warum Verarbeitung (Siebung, Pressung, Extraktion) die Zusammensetzung stark verändern kann. Analytik ist bei harzreichen Produkten besonders wichtig.
Vaporizer
Ein Vaporizer erhitzt Material/Extrakte ohne klassische Verbrennung. Dadurch entstehen weniger Verbrennungsprodukte als beim Rauchen, aber Aufnahme über die Lunge bleibt ein intensiver Aufnahmeweg. Bei THC bleibt das Risiko akuter psychoaktiver Effekte abhängig von Dosis/Profil/Person.
Verordnung (EG) 1924/2006 (Health Claims)
Die VO (EG) 1924/2006 regelt EU‑weit nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben für Lebensmittel. Sie gilt für Kennzeichnung, Präsentation und Werbung. Grundprinzip: Claims sind verboten, außer sie sind zugelassen und werden korrekt verwendet. Für CBD‑Produkte ist das besonders relevant, weil viele typische Werbeaussagen als Health Claim einzustufen sind.
Verordnung (EU) 2015/2283 (Novel Food)
Die VO (EU) 2015/2283 ist die Rechtsgrundlage für neuartige Lebensmittel. Sie ist zentral für die Einordnung von CBD‑Extrakten im Lebensmittelbereich. In der Praxis steht das Novel‑Food‑Thema in direkter Verbindung mit EFSA‑Bewertungen und den dort benannten Datenlücken zur CBD‑Sicherheit.
Wechselwirkungen
Wechselwirkungen entstehen, wenn ein Stoff Aufnahme, Abbau oder Wirkung eines anderen beeinflusst. Bei Cannabinoiden ist insbesondere das CYP‑Enzymsystem relevant. Die Arzneimittelinformation zu Cannabidiol adressiert Interaktionen und Monitoring. Für Aufklärung: Bei Medikamenten sollten mögliche Wechselwirkungen medizinisch abgeklärt werden.
Weed (Szene‑Begriff)
„Weed“ ist ein umgangssprachlicher Sammelbegriff für Cannabis, meist getrocknete Blüten. Er enthält keine Aussage über Zusammensetzung, Qualität oder Legalität. Im Glossar dient er dazu, häufige Suchbegriffe in sachliche Kategorien (Profil, Produktart, Rechtslage) zu übersetzen.
Winterisierung
Winterisierung ist ein Verarbeitungsschritt, bei dem Wachse/Lipide aus Extrakten entfernt werden (oft durch Abkühlen und Filtration). Das beeinflusst Klarheit, Stabilität und Handhabung, ist aber kein Wirkversprechen. Als Glossarbegriff erklärt es technische Unterschiede zwischen Extrakten.
Yield (Ertrag/Ausbeute)
Yield beschreibt Ausbeute pro Pflanze/Fläche oder pro Extraktionsprozess. Er beeinflusst Produktionskosten, sagt aber allein wenig über Qualität. Qualität hängt stärker an Rohstoff, Prozesskontrolle, Analytik und Kontaminantenmanagement als an „hohem Ertrag“.